Mitgliedermagazin der Vereinigung Cockpit

Die European Cockpit Association feiert 30-jähriges Bestehen

Unser Dachverband der Berufsverbände und Gewerkschaften der Piloten auf europäischer Ebene ist 30 geworden! Seit 1991 vertritt die ECA Piloteninteressen gegenüber den zuständigen EU-Organen und beheimatet inzwischen nicht nur mehr als 30 Pilotenverbände aus EU-Mitgliedsstaaten, sondern darüber hinaus auch assoziierte Verbände, zum Beispiel aus Israel und der Türkei.

11/30/2021 Internationales von Johannes Bade, Referent Internationales

© Vereinigung Cockpit

Zur Freude aller Beteiligten konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter der ECA-Mitgliedsverbände am 25. und 26. November zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder persönlich zur Generalversammlung treffen, um das 30-jährige Bestehen zu feiern. Durch die Prognosen zur Entwicklung des Luftverkehrs in den kommenden Jahren zeigte sich die Mehrzahl der Teilnehmer optimistisch beim Blick in die Zukunft.

Für die VC waren Maria-P. Murtha (Vorstandsmitglied Internationale Beziehungen), Vivianne Schumacher (Vorstandsmitglied Flight Safety), Bastian Roet (Leiter der VC-Hauptstadtrepräsentanz) und Johannes Bade (Referent Internationale Beziehungen) dabei.

"30 years ECA - A look at pilot representation - A vision of the pilot profession" war der Titel der Paneldiskussion anlässlich des Jubiläums. Neue Beschäftigungsformen und Geschäftsmodelle, immer aggressiverer Wettbewerb, das Drängen nach weltweiter Liberalisierung, globale Pandemie, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz waren die Schlagworte der Diskussion, an der unter anderem Tanja Harter (ECA Technical Affairs Director), Hannah Schleussner (LAT-Flugschülerin und VC-Mitglied) und Dirk Polloczek (ehemaliger ECA-Präsident) teilnahmen.

ECA Social Strategy und Umweltthemen

Als weiterer wichtiger Punkt der Versammlung stand die ECA Social Strategy Campaign im Zusammenhang mit der Revision der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 über gemeinsame Vorschriften für die Durchführung von Luftverkehrsdiensten in der Gemeinschaft auf der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang präsentierte der stellvertretende Generalsekretär Ignacio Plaza Sevillano erste Änderungsvorschläge. Zukünftig sollen unter anderem Begriffe wie "Operational Base", "Homebase" und "Commercial Air Crew" in der Verordnung klarer definiert und so die Rechte der Piloten in ganz Europa gestärkt werden. Gleichzeitig soll die Verordnung Klarheit bezüglich der Betriebsstruktur von Luftfahrtunternehmen schaffen, um nationalen und EU-Behörden eine wirksame Überwachung und Beaufsichtigung zu ermöglichen.

Auf der Agenda stand außerdem die künstliche Intelligenz (KI). Das Thema soziale Sicherheit wurde damit in gewisser Weise noch einmal in abstrakterer Form aufgegriffen, denn die KI kann sich mittel- und langfristig absehbar stark auf unsere Arbeit auswirken. Mit seinem sehr informativen Gastvortrag "AI in the cockpit – safety first or profit first?" beleuchtete Luuk van Dijk, Gründer und Chef der Daedalean AG, den aktuellen Stand der Technik und gab einen Ausblick auf die absehbare Zukunft. 

ECA-Präsident Otjan de Bruijn und Vizepräsident Juan Carlos Lozano informierten in ihren Vorträgen über die Herausforderungen in Sachen Umwelt und Klima und betonten dabei, was in diesem Zusammenhang für die Luftfahrtindustrie und den Berufsstand der Piloten auf dem Spiel steht. Sie ermutigten die Mitgliedsverbände, sich verstärkt in der ECA Environmental Working Group zu engagieren.

Zu guter Letzt stand noch die Wahl des neuen Vorstands an (Executive Board): Vizepräsident Juan Carlos Lozano von der SEPLA wurde im Amt bestätigt. Patrick Arpino von der SNPL und Paul Reuter von der ALPL Luxemburg sind die beiden neuen Professional Affairs Directors. Kris Vansteenkiste von der Irish ALPA übernimmt das Amt des Admin & Finance Director. Besonders erfreulich ist aus unserer Sicht die Wiederwahl von VC-Mitglied Arik Zipser zum Technical Affairs Director. Wir wünschen allen Gewählten viel Erfolg und alles Gute in ihren Ämtern.